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Rund um die Gitarre
Neue Saiten aufziehen:
In regelmäßigen Abständen, in etwa ein- bis zwei mal pro Jahr, sollte man seiner Gitarre neue Saiten gönnen. Auch wenn die Saiten nicht sichtbar kaputt gespielt sind, lässt der Klang nach einiger Zeit nach. Der Klang wird dumpfer, Obertöne und Volumen gehen verloren. Spielt man sehr viel oder hat man hohe Ansprüche an den Ton, ist ein Saitenwechsel auch häufiger üblich.
Sinnvoll ist es, erst die eine Hälfte der Saiten und dann die andere zu entspannen und auszutauschen. Zum einen bleibt die Spannung auf dem Hals so teilweise erhalten und zum anderen hat man immer noch mal ein Vorbild, wie es letztendlich auszuschauen hat.
Nun wollen wir mal sehen, wie es sich mit dem Saitenwechsel bei den verschiedenen Gitarrenmodellen verhält:
Westerngitarre: Bei einer Westerngitarre ist der Saitenwechsel einfach: Als erstes wird die zu wechselnde Saite entspannt. Am unteren Ende verschwindet sie unter einem Pin. Das ist links im Bild eine dieser schwarzen Perlen.
Der Pin muss herausgezogen werden. Am besten geht das mit einer Saitenkurbel, an deren Ende eine extra dafür gedachte Kerbe ist, ansonsten einfach ein Stück Pappe zum Schutz auf den Steg legen und vorsichtig mit einem flachen Messer den Pin heraushebeln.
In das Pin-Loch wird das Saitenende mit der Kugel gesteckt. Pin wieder reindrücken und die Saite ein bißchen anziehen, damit sich die Kugel verdreht - Pin sicherheitshalber dabei festdrücken. Vorsichtshalber den Pin nochmals nach Vollendung andrücken, falls er noch nicht ganz fest sitzen sollte.
Das ist doch einfach, oder?
Konzertgitarre: Die Konzertgitarre hat keine Pins wie die Westerngitarre. Hier werden die Saiten unten am Steg mit einem speziellen Saiten-Knoten befestigt. Dieser Knoten ist aber auch schon das Einzige, was einigermaßen Probleme machen könnte.
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Hier der Weg zum Saitenknoten: Das andere Ende der Saite wird bei beiden Gitarrenarten oben durch das kleine Loch im Wirbel gefädelt und so weit durchgezogen, dass die Saite nach ca. 3-4 Wicklungen um den Wirbel langsam anfängt, sich zu spannen. Dann muss man die Saite vorsichtig bis auf die richtige Tonhöhe hoch stimmen.
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Das Stimmen
Irgendwann kommt der Punkt, da ist es nicht mehr zu ignorieren. Die Gitarre ist übel verstimmt und man weiß nicht worüber.
Hier ein paar Tips, um die Gitarre wieder in Stimmung zu versetzen. Erst einmal versuchen wir es nach Gehör:
Stimmgabel: Die klassische Variante ist das Stimmen mit einer Stimmgabel. Die Stimmgabel wird an einer harten Kante angeschlagen und mit der Kugel auf die Gitarrendecke aufgesetzt. Die Stimmgabel bitte nur zwischen Kugel und Gabel berühren, sonst schwingt absolut nix und das ist zu wenig. Wenn man alles richtig macht, hört man den so genannten Kammerton a = 440 Hz. Der Kammerton ist der gemeinsame Ton, auf den die Instrumente einer Musikgruppe eingestimmt werden.
Nun muß die 5. = A-Saite (die zweitdickste Saite) nach Gehör so lange hoch und runter korrigiert werden, indem man am entsprechenden Wirbel dreht, bis der gleiche Ton erklingt. Das ist gar nicht so einfach und erfordert einige Übung. Ist das geschehen, stimmt man die Gitarre in sich und zwar folgendermaßen: Greifen Sie die gestimmte A-Saite am fünften Bund. Es klingt der gleiche Ton, wie bei der nächst höheren Saite, nämlich ein D. Stimmen Sie nun die D-Saite nach der gegriffenen A-Saite. D-Saite am 5. Bund gegriffen = G-Saite. Dann kommt eine Ausnahme: G-Saite am 4. Bund gegriffen = H-Saite, H-Saite am 5. Bund gegriffen = hohe E-Saite.
Fehlt noch die tiefe E-Saite. Sie können Sie entweder mit der hohen E-Saite vergleichen (gleicher Ton, nur zwei Oktaven höher), oder die E-Saite am 5. Bund greifen und mit der leeren A-Saite stimmen. Preis: Stimmgabel ab ca. 4 €.
Mit Hilfe eines Telefons: Man ruft jemand an, der den Ton kennt. So, nun aber mal Spaß beiseite: Das Freizeichen des Telefons kann durchaus die Stimmgabel ersetzen, denn dieser Telefonton ist unser guter alter Bekannter, nämlich der Kammerton a=440 Hz. Der weitere Ablauf entspricht ansonsten dem bei der Stimmgabel.
Mit Hilfe einer Stimmpfeife: Die Stimmpfeife besteht aus sechs einzelnen Pfeifen, wobei dem Ton jeder Pfeife eine Gitarrensaite zugeordnet wird: E-A-D-G-H-E. Im Prinzip muß man den entsprechenden Ton der Pfeife erzeugen und dann die Saite stimmen. Im Gegensatz zur Stimmgabel hat man hierbei sogar beide Hände frei. (Man könnte vielleicht nebenbei noch mit der freien Hand einen Hamburger essen). Der Klang der Pfeife ist leider ganz anders als ein Gitarrenton, was das Stimmen für Anfänger recht schwierig macht. (Man legt den Hamburger dann besser zur Seite). Außerdem ist die Stimmpfeife Intonations-Schwankungen unterworfen, das heißt nichts anderes, als dass die Tonhöhe auch davon abhängig ist, wie intensiv man in ein Pfeifenröhrchen hineinbläst. Preis: ca. 5 €
Mit Hilfe eines Stimmgerätes: Am einfachsten geht es doch tatsächlich elektronisch. Ein Gitarren-Stimmgerät mißt die Frequenz der Saite, die Sie anschlagen und zeigt mit einem analogen Zeiger oder grüner Leuchtdiode, ob der Ton zu hoch, zu tief oder genau richtig ist. Nun klappt das Stimmen auch ohne geübte Ohren. Allerdings sind die Augen nun wieder überfordert! Klappt alles nicht? Brille zu schwach? Saiten um die Ohren geflogen? Völlig verzweifelt? Dann schnappen Sie sich einfach Ihre widerspenstige Gitarre und kommen Sie einfach bei uns vorbei. (Der widerspenstigen Gitarren Zähmung - ein Klassiker). Wir helfen Ihnen gerne. Preis: knapp 20 €.
Pflege-Tipps
- Die Gitarre besteht größtenteils aus Holz, also sollte man beachten, dass dieses Naturprodukt empfindlich auf Temperaturschwankungen und vor allem Feuchtigkeit reagiert. Nässe und extreme Temperaturen sollte man also unbedingt vermeiden, denn ansonsten kann das Instrument ernsten Schaden nehmen (Verziehen des Halses, Risse).
- Temperaturen im Auto sollte man nie unterschätzen!
- Saiten klingen länger schön, wenn man sie nach dem Spielen mit einem Tuch abwischt, denn Fingerschweiß führt zu Korrosion an den Saiten.
- Zur Reinigung von Korpus und Griffbrett sind spezielle Polituren bei uns erhältlich.

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