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Allgemeines zum Thema Schlagzeug

Diashow DrumsDie häufigste Frage besorgter Eltern ist meist: „Geht das auch leiser?“  Klare Antwort: Nein, zumindest nicht ohne deutliche Abstriche für den Drummer.

Es gibt die Möglichkeit, Gummiplatten auf die Trommeln und Becken zu legen. Dann ist die Trommel im Prinzip stumm. So kann man dann zwar durchaus leise trommeln, aber ohne dynamische Feinheiten zu üben - und mit nur halb so viel Spaß. Des Weiteren verändert sich auch das Spielgefühl, da der Stick von einer Gummiplatte natürlich anders abprallt als vom Fell. Ein elektronisches Schlagzeug ist unter Umständen eine Alternative, aber mindestens doppelt so teuer wie ein normales, akustisches Schlagzeug-Set.

 

So sieht ein normales Schlagzeug-Set aus:

Zu einem Standard-Schlagzeug-Set gehören neben der Hardware (den Ständern, einem Sitz, Becken, Stöcken, etc.) folgende Trommeln:
 
Snare Drum: (In der Klassik heißt sie auch Kleine Trommel). Im nicht klassischen Bereich ist die Snare immer aus Metall und hat andere klangliche Anforderungen zu erfüllen. Diese Trommel hat üblicherweise einen Durchmesser von 14 Zoll, variiert aber in der Höhe. Sie hat einen harten, scharfen Klang, der durch einen Spiralteppich (Spirale=Snare) erzeugt wird, welcher am Resonanzfell anliegt. Der Snare-Teppich lässt sich vom Fell abheben, so dass der Klang einer Timbale ähnlich wird. Der Kessel ist meist aus Metall (z.B. Stahl, Kupfer, Bronze, Aluminium), aber auch Holz (Ahorn oder Birke) kommt zum Einsatz. Die Trommel ruht auf einem Snare-Ständer.
 
Bass-Drum: (in der „Klassik“ = Große Trommel). Sie ist zwischen 18 und 24 Zoll im Durchmesser (Standard meist 22“) und wird mit einer Fußmaschine gespielt.
 
Tom Toms: Sie werden vor allem für solistische Einlagen benutzt. Zur Grundausstattung eines Drumsets gehören zwei oder drei Toms in verschiedenen Größen und Tonlagen. Die kleinen und mittleren werden üblicherweise an der Bass Drum mit einer Halterung montiert und heißen daher auch Hängetoms. Die größere Tom ist eine Stand-Tom. Die üblichen Größen sind 12, 13 und 16 Zoll.
 
Natürlich ist ein Drumset individuell erweiterbar (z.B. weitere Toms, eine zweite Bass-Drum, eine Doppelfußmaschine, u.ä.).
 
Birke und Ahorn sind die am häufigsten verwendeten Hölzer im Schlagzeugbau. Für günstige Einsteigersets werden auch andere Arten, wie Eukalyptus, Linde u.ä. eingesetzt.

 

Aufgestellt  wird ein Schlagzeug üblicherweise wie folgt:

Schlagzeugset

 

 

 

 

 

  • Links außen (vom Schlagzeuger aus) steht die Hi Hat
  • dann die Snare
  • zentral in der Mitte die Bassdrum, mit den beiden Hängetoms (das kleinere links)
  • dazwischen das Crash Becken
  • rechts ist die Standtom
  • und links hinter ihr das Ride Becken
  • Alle Trommeln und Becken sollten bequem erreichbar sein.

Komplette Sets, inklusive Becken, Hocker und Sticks sind in vernünftiger Qualität bereits ab ca. 450 € zu haben.

 

Becken
 

Diashow BeckenZu jedem Schlagzeug gehören neben den Trommeln die Becken (auch Cymbals). Auch hier gibt es eine Grundausstattung, und ergänzende Teile. Zur Grundausstattung gehören die Hi Hat, das Ride- und das Crashbecken.
 
Im Gegensatz zu den Trommeln, die sich im Klang beeinflussen lassen, hat ein Becken einen unveränderbaren Ton. Es sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass alle Becken gut miteinander harmonieren.
 
Die Becken bestehen aus verschiedenen Bronzelegierungen. Jeder Hersteller hat seine eigenen speziellen Rezepte. Gearbeitet werden Becken in der Regel aus einem gegossenen Rohling durch Abdrehen und /oder Hämmern. Gute Becken sind von Hand gehämmert. Jedes Becken hat seinen eigenen Klang, meist auch innerhalb des gleichen Modells.

Die Klanghöhe und Klangfarbefarbe des Beckens werden u.a. bestimmt durch:

  • den Durchmesser
  • die Art der Legierung
  • die Dicke des Metalls
  • die Größe der Glocke in der Mitte, usw.

Beim Befestigen am Ständer sollte man die Schrauben nicht zu fest anziehen, damit das Becken  möglichst frei schwingen kann. Um Schmutz und Oxidationsspuren zu entfernen, die den Klang negativ beeinflussen können, sollte man nur die speziellen Becken-Reinigungsmittel benutzen, welche die Schlagzeugfirmen anbieten, damit man die Oberfläche nicht beschädigt.

Die wichtigsten Becken in Kurzbeschreibung sind:

Hi Hat Becken: Die Hi Hat Becken sind immer ein Paar aus zwei gleich großen Becken (üblich ist ein Durchmesser von 14“), die durch Treten des Hi Hat Pedals zusammengeschlagen werden können. Das untere (Bottom) ist etwas dicker als das obere (Top). Sie werden auf zwei Arten gespielt: Entweder mit Sticks auf dem Top, wobei sich der Grad der Öffnung der beiden Becken auf den Klang auswirkt oder durch Treten des Pedals und damit Zusammenschlagen der Becken. Mit ihnen wird der Takt meist in Vierteln oder Achteln durchgeschlagen.

Ride Becken: Das Ride Becken ist relativ groß und dick (18“– 22“).
Es schafft einen Klangteppich und erzeugt mit der Stockspitze angeschlagen einen typischen „Ping-Sound“.

Crash Becken: Das Crash Becken ist ein relativ dünnes mittelgroßes (16 – 18“) Becken, das für Akzente eingesetzt wird und an der Kante angeschlagen, einen typischen „Crash-Sound“ erzeugt. Es gibt auch ein sog. Crash-Ride Becken, das beide Klangcharakteristiken vereint und beispielsweise als günstige Kombilösung für Einsteiger genutzt werden kann.

Wichtige Sonderformen:

China Becken: Sie haben aufgebogene Ränder und einen scheppernd-blechernen Klang.

Nieten-Becken (Sizzles): Im Rand dieser Becken sind lose Nieten eingearbeitet, die ein starkes Grundrauschen erzeugen (gern von Jazz-Drummern genutzt). Für einen ähnlichen Effekt kann man auch kleine Ketten über das Becken hängen lassen.

Splash Becken: Sind kleine (8“ - 10“) Crash Becken mit einem hellen durchdringenden Klang.

Oder als Effektbecken:

Trash Becken ( „Müll-Becken“)
Icebell (glockig-kalt)

Wichtige Firmen:

  • Paiste
  • Meinl
  • Zildjian
  • Istanbul

Preislich sind alle Kategorien erhältlich:

Vom kompletten Satz (Hi Hat, Crash, Ride) inkl. Tasche 150 € bis einzeln über 400 €.

Felle

Felle Die Felle, mit denen die Trommeln eines Schlagzeugs bespannt sind, werden heutzutage aus Kunststoff gefertigt, denn Plastikfelle sind haltbarer und billiger als Naturfelle. Naturfelle werden im Prinzip nur bei Percussion-Instrumenten (z.B. Congas oder etwa Pauken des Orffinstrumentariums etc.) eingesetzt. Es sind verschiedene Fellarten für das Schlagzeug erhältlich.
 
Zum einen gibt es unterschiedliche Farben: Transparent (clear), weiß, sogar schwarz.
Die weißen Felle, gerade die, welche für die Snare benutzt werden, sind meist beschichtet oder aufgerauht (coated), so dass ein Spiel mit Schlagzeugbesen möglich ist. Daneben gibt es einschichtige und doppelschichtige Felle (z.B. Pin Stripe). Doppelschichtige Felle sind dicker und haben dadurch weniger Obertöne.
 
Die Wahl der Felle hat großen Einfluss auf den Klang eines Schlagzeugs. Ein nicht so hochwertiges Set kann durch gute Felle viel gewinnen. Welche Art des Klanges gewünscht wird, ist zum primär abhängig vom Geschmack des Schlagzeugers, aber auch vom Musikstil, in dem das Schlagzeug zum Einsatz kommt.

Meist geben die Hersteller Empfehlungen, welche Felle für welche Art zu spielen am besten geeignet sind (leichte, mittlere, harte, sehr harte Spielweise, etc.). Einige Trommeln sind auch auf der Seite mit einem Fell bespannt, die nicht bespielt wird.


Hier zieht man ein so genanntes Resonanzfell auf. Es ist wesentlich dünner als ein Schlagfell und es gibt bis auf die Farbe weiter keine große Auswahl an unterschiedlichen Arten.
 
Die wichtigsten Fellhersteller:

  • Remo
  • Evans


Stimmen des Schlagzeugs

Die Grundregeln des Schlagzeug-Stimmens in Kurzform:

Man beginnt mit den Schlagfellen:

    1. Alle Spannschrauben sollten gleichmäßig angezogen werden, der Klang beim Anschlag in der Nähe der Schrauben sollte überall am Fell gleich sein; am besten über Kreuz spannen.

    2. Die Resonanzfelle sollten auf den gleichen Ton eingestimmt werden, wie die Schlagfelle. Klingt eine Trommel zu lange nach, hilft das Abkleben des Felles mit Klebeband.

    3. Das Dämpfen einer Trommel verringert immer ihre Obertöne, wodurch der Grundton deutlicher zu hören ist. Sie verliert aber auch an Volumen.

    4. Unerwünschte Obertöne der Snare können mit E-Rings (Dämfungsringen) eingeschränkt oder  behoben werden. Der Klang wird trockener.

    5. Die Toms sollten in regelmäßigen Abständen gestimmt werden und gut zusammen klingen.

    6. Den Klang der Bass Drum bekommt man knackiger, indem man eine Decke o.ä. in die Trommel legt und entweder das Resonanzfell weglässt oder ein Loch hinein schneidet. Auch sollte das Schlagfell für einen solchen Sound nicht zu fest gespannt werden und doppelschichtig sein.

    7. Natürlich weichen manche Schlagzeuger bewusst von diesen Grundlagen ab, um einen ganz speziellen Klang zu erzeugen. Es ist immer eine Frage des individuellen Experimentierens.

 

Sticks=Schlagzeug-Stöcke
 

Diashow SticksJeder Stick besteht aus den gleichen Grundelementen:

  • Tip = Kopf
  • Neck = Hals
  • Shoulder = Schaft
  • Griffbereich
  • Butt = Stockende

 

Butts Diese Elemente variieren in Dicke, Länge, Gewicht, Härte, Kopfform etc. sehr und machen den jeweils typischen Sound des Sticks aus. Der Schwerpunkt liegt unterschiedlich und es gibt diverse Oberflächen und Besonderheiten (z.B. Nylon-Tips).

 

 

 

Nylon-TipsJeder Schlagzeuger sucht sich mit der Zeit ein seinen Vorlieben entsprechendes Modell, denn Spielgefühl und Technik sind stark vom Stick abhängig.

 

 

 

Grundsätzlich klingt ein Stick etwa so, wie er aussieht:

  • dick und schwer = laut und voluminös
  • kleine Spitze = feinerer Klang
  • Ein runder Kopf erzeugt auf einem Becken mehr Obertöne als ein spitzer (gut hörbar beim Ride-Anschlag).

 

Kopf spitzFür Anfänger empfehlen unterschiedliche Lehrer ebenfalls unterschiedliche Sticks.

Der eine bevorzugt am Anfang leichte, dünne Sticks, bis die Hände trainiert sind. Der andere bevorzugt besonders schwere Stöcke, da man so eine bessere Technik vermitteln kann.

Am besten sprechen Sie mit Ihrem Lehrer und richten Sie sich nach seiner Empfehlung.

 


Sticks werden in verschiedenen Holzarten angeboten, was sich auf Gewicht, Elastizität, Haltbarkeit und Preis auswirkt.

Gebräuchlich sind:

  • Maple (Ahorn) = leicht, weniger robust
  • Hickory = schwer, elastisch, robust
  • Oak (Eiche) = schwer und hart

Auch Kunststoffe sind im Handel.

Wichtig ist:

  • dass beide Sticks gleich schwer sind
  • den gleichen Schwerpunkt haben
  • und gerade sind (über eine glatte Fläche rollen lassen).

Die meisten Firmen bieten eine ganze Reihe verschiedener Modelle an, die entweder eigene Namen oder Kürzel tragen.

Leider hat sich keine einheitliche Bezeichnung für Stärken und Formen durchgesetzt. Eine Richtlinie ist aber:

  • 2B = eher ein dicker Stick
  • 5A = mittelstark, eher dünn, universell verwendbarer Stick, möglichst Hickory
  • 5B = mittelstark, eher dick
  • 7B und Jazz = dünne Sticks

Viele Drummer benutzen Schlagzeug-Besen und (oder) Rods (gebündelte dünne Holzstäbe) und unter Umständen auch Filzschlägel für „Neue Klänge“.

Sticks liegen preislich zwischen 3 und 15 €.

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